Markt kurzfristig bullish

01. April 2025

Nach dem kräftigen Preisanstieg von gestern zeigen sich die Ölpreise an den Börsen in London (ICE) und New York (NYMEX) aktuell stabil, bleiben aber auf hohem Niveau. Der Grund für die anhaltende Nervosität unter den Marktteilnehmern liegt in den jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der erneut mit Strafmassnahmen gegen Russland und den Iran droht. Zwar handelt es sich bisher lediglich um Ankündigungen, dennoch sorgen sie für Aufwärtsdruck auf die Ölpreise.

 

Laut den Analysten der ING ist die Lage weiterhin angespannt: „Noch handelt es sich nur um Drohungen. Sollten diese jedoch in konkrete Massnahmen münden, könnten erhebliche Angebotsrisiken entstehen – insbesondere, da Russland und der Iran bedeutende Exporteure sind.“ Auch Giovanni Staunovo von der UBS warnt: „Die Unsicherheit über mögliche Sekundärzölle bleibt bestehen, selbst wenn Trump angedeutet hat, aktuell noch keinen Schritt zu setzen. Das Risiko für Versorgungsengpässe steigt aber spürbar.“

 

Zusätzlich belastet die generelle Unsicherheit rund um Trumps Zollpolitik die Märkte. Noch immer ist unklar, wie weitreichend die neuen US-Zölle sein werden, die bereits morgen in Kraft treten könnten. Klar ist nur: Die globale Wirtschaft könnte spürbar darunter leiden. Präsident Trump bezeichnet den 2. April seit Wochen als „Liberation Day“, an dem es keine Ausnahmen geben soll – weder für befreundete Staaten noch für wirtschaftlich bedeutende Partnerländer. Konkrete Details blieb das Weisse Haus bislang jedoch schuldig.

 

Kurzfristig überwiegen damit die Sorgen über ein knapper werdendes Angebot. Wie Ölmarktanalyst Yeap Jun Rong von IG erklärt, preisen Händler vermehrt Risiken ein, etwa durch mögliche Angriffe oder Sanktionen gegen Förderländer. Gleichzeitig bleibe das Umfeld durch die drohenden Handelskonflikte und ein potenziell steigendes Angebot unter Druck.

 

Ein weiterer Aspekt ist die geplante Förderausweitung der OPEC+. Das Bündnis beginnt im April mit der schrittweisen Rücknahme der freiwilligen Zusatzkürzungen von insgesamt 2,2 Mio. Barrel pro Tag. Zum Auftakt geht es aber nur um rund 138’000 Barrel täglich – Auswirkungen auf den physischen Markt werden daher zunächst kaum spürbar sein. Die Kürzungsrücknahme soll jedoch monatlich ausgeweitet werden, was mittel- bis langfristig zu einem Überangebot führen könnte – insbesondere, wenn sich die Nachfrage aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten abschwächt.

 

Langfristig sprechen die Fundamentaldaten eher für eine Abschwächung der Preise, doch kurzfristig stehen geopolitische Risiken und drohende Angebotsstörungen klar im Vordergrund.

 

Börsendaten 01.04.2025 um 08:55 Uhr
ICE-Gasoil APR: 689.75$
ICE-Brent JUN: 74.98$
NY-Rohöl WTI MAI: 71.71$
US-Dollar/CHF: 0.8840
Rheinfracht nach Basel: 49.50

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